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Sägemühlenteam legt Mietgärten an

Auf Gut Roß passiert aktuell einiges. Nicht nur die Investoren, die aus dem alten Gutshof ein kleines
Wohnquartier errichten, sind aktiv, auch auf der anderen Straßenseite soll die Sägemühle ein attraktiver Anlaufpunkt werden. Und das nicht nur für Radtouristen, die an Wochenenden einen Blick in die Sägemühle werfen wollen. Das ehrenamtliche Sägemühlenteam ist gerade dabei die Flächen rund um ihr historisches Schätzchen aufzuwerten. Dann soll es Treffpunkt werden zum Beispiel für Gartenfreunde, die keinen eigenen Garten haben.

 

Sägemühlenteam legt Mietgärten an
Das ehrenamtliche Sägemühlenteam gestaltet aktuell den Bereich rund um Mühle und Teich um. Unter anderem entstehen auf einem benachbarten Feld kleine Parzellen, die Bürger pachten und dort Landwirtschaft in kleinem Stil betreiben können.
 

Im Sommer 2019 ereilte die Säge in der Mühle ein Defekt. Seitdem war das Team des Heimatvereins rund zwei Jahre damit beschäftigt, die historische Maschine wieder instandzusetzen. Das Ziel erreichte die Gruppe im vergangenen Jahr. „Wo wir jetzt mit dem Restaurieren der Säge fertig sind, können wir ja schlecht jeden Montagabend mit zwölf Mann die Säge abschmieren. Und darum haben wir uns jetzt mal an die Außenprojekte gewagt“, erklärte Hugo Höing, der aktuell Sprecher des Sägemühlenteams ist. „Uns geht es darum, aus dem ganzen Umfeld eine Begegnungsstätte zu schaffen“, berichtet Höing.

Sägemühlenteam legt Mietgärten an

Am Vennbach soll eine Spielmöglichkeit für Kinder entstehen.
 

Erste sichtbare Schritte sind bereits geschafft. So hat das Team zum Beispiel die Fläche zwischen Vennbach und Mühle freigeschnitten und ein wenig Schotter abgetragen. „Wir wollen künftig den Vennbach zugänglich machen und dort eine Spielfläche für Kinder entstehen lassen“, erklärt Höing. Dazu soll künftig der Weg zum Wasser noch abgeflacht werden. Ein paar große Steinblöcke könnten noch im Bachlauf platziert werden.

Auch auf dem knapp 3000 Quadratmeter großen Feld zwischen den beiden Mühlenteichen, das lange kaum einsehbar war, da es zugewachsen war, waren die Ehrenamtlichen schon tätig. Sie haben es vom Holz befreit, das nach den Rodungsarbeiten im vergangenen Jahr liegengeblieben war. Mithilfe der Doskerkerls ist die Fläche eingeebnet worden. Dort entsteht so etwas wie der Kern des Sägemühlen-Projekts. Bürger sollen hier möglichst schon im kommenden Frühjahr kleine Miet- oder Saisongärten pachten können. „Interessierte Bürger können da dann zum Beispiel ihr Gemüse anpflanzen“, so Höing. Bald will das Team um Höing zunächst eine Wildwiese pflanzen, um diese grün zu halten. Ein Teil soll in diesem Herbst noch zu einer Streuobstwiese werden.

Die Mietgärten sollen im kommenden Frühjahr vorbereitet werden. „Da werden wir wohl noch mal durchfräsen und Parzellen einteilen. Im ersten Anlauf werden wir wohl zehn Parzellen anlegen. Dann werden wir schauen, wie groß das Interesse ist. Sollte das Interesse groß sein, können wir auch zusätzliche Flächen anlegen“, erklärt Höing. Die Modalitäten, in Sachen Pacht stünden noch nicht fest, ergänzt er, deutet aber an, dass diese wohl nicht so hoch sein werden.

 Sägemühlenteam legt Mietgärten an

Eine Aussicht, die man vom Mühlenteich-Rundweg aus genießen kann.
 

Die Pächter könnten am Anfang eventuell von Experten begleitet werden, die Tipps geben. „Vielleicht beauftragen wir zum Saisonstart einen Gärtner, der Pflanzen anbietet und Ratschläge gibt. Wir wollen aber die Pächter nicht die ganze Saison über begleiten, sondern sie eigenverantwortlich machen lassen“, so Höing.

Er ergänzt jedoch, dass der Heimatverein sich darum kümmern werde, dass es eine Wasserversorgung gibt. Und vielleicht auch einen kleinen Schuppen für Gerätschaften, damit die Pächter nicht jedes Mal mit dem Auto rausfahrenmüssen, weil sie ihre Werkzeuge mitbringen. Es soll eine Raststelle mit Grillmöglichkeit entstehen, um sich treffen zu können. Die Flächen, auf denen sich die Sägemühlen-Ehrenamtlichen bewegen hat die Stadt vor einigen Jahren erworben. „Und wir haben auch von der Bürgermeisterin grünes Licht bekommen für diese Aktion“, erklärt Höing. Grünes Licht gab es auch für den Rundweg um dem Mühlenteich in der Nähe der Mühle herum, der zum Teil schon besteht. Gegenüber des Gut-Roß-Gebäudes können Besucher dann über eine Brücke das Verbindungsgewässer zwischen den beiden Teichen queren. „Dort hat es früher auch wohl schon eine Brücke gegeben. Wir wollen den Weg aber nicht befestigen. Er soll möglichst naturbelassen bleiben. Vielleicht stellen wir noch ein oder zwei Bänke auf. Denn der Blick über den Teich auf Gut Roß hat schon etwas“, so Höing. Im direkten Umfeld der Sägemühle soll ebenfalls die Aufenthaltsqualität erhöht werden. Klinkersteine im Boden lassen noch erahnen, wo früher eine Fallen-Fabrik gestanden hatte. „Diesen Boden wollen wir wieder etwas aufarbeiten und Rastmöglichkeiten bieten.“ 

Und von einem letzten Wunsch spricht Höing auch noch. Sein Team möchte zwischen Teich und Mühle eine Schoppe errichten. „Dort könnte man sich zum einen unterstellen, und wir könnten eine Werkstatt für uns einrichten. Schön wäre es, wenn wir jemanden finden, der eine Scheune abgeben möchte“, so Höing.

 Bericht und Fotos: Borkener Zeitung ( Lars Johann-Krone)